Hochzeitsbrauch „Krawatten werfen“ – Bedeutung, Hintergrund und Praxis (2026)

Bei Hochzeiten gibt es weltweit viele Rituale und Spiele, die Stimmung und Tradition auf der Feier verbinden. Während klassische Bräuche wie das Werfen des Brautstraußes oder das Strumpfband weithin bekannt sind, taucht in manchen Regionen immer wieder der weniger verbreitete Brauch des „Krawattenwerfens“ auf – vor allem als humorvolles Pendant zum Strauß‑ und Strumpfbandwerfen.


Was bedeutet „Krawatten werfen“?

Der Ausdruck „Krawattenwerfen“ beschreibt ein Hochzeitsspiel, bei dem die Krawatte des Bräutigams in die Menge der männlichen Gäste geworfen wird. Diese Variante ist angelehnt an das traditionelle Strumpfbandwerfen: Wer das geworfene Kleidungsstück fängt, gilt als der nächste mögliche Bräutigam oder „als nächster dran“. Der Brauch ist dabei meist Teil einer lockeren Feier und weniger historisch tief verwurzelt als andere Hochzeitstraditionen. Quelle: regionale Berichte über Hochzeitsspiele in Deutschland (Die Presse)


Ursprung und kultureller Kontext

Im Gegensatz zu älteren Bräuchen wie dem Brautstraußwerfen besitzt das Krawattenwerfen keine lange, überlieferte Geschichte in klassischen Hochzeitsriten. Vielmehr ist es ein spielerischer Ableger moderner Hochzeitsspiele, der gelegentlich regional oder gruppenintern praktiziert wird. Es lässt sich nicht eindeutig auf eine historische Tradition zurückführen, sondern ist eher eine kreative Abwandlung bestehender Rituale wie Strumpfband‑ oder Strumpfbandwerfen, bei denen dem Fänger Glück in der Liebe oder Ehe prophezeit wird.(daskartendruckhaus.de)

In manchen Regionen Deutschlands wurde etwa berichtet, dass bei einer Hochzeit die Krawatte des Bräutigams in die Menge geworfen wurde, um daraus spielerisch den nächsten zu ermitteln, der heiraten könnte. Bei solchen Feiern kann dieser Brauch aber sehr unterschiedlich interpretiert und umgesetzt werden.(Die Presse)


Symbolik und Bedeutung

Beim klassischen Strumpfband‑ oder Brautstraußwerfen steht der Akt des Fangens für Glück, Fruchtbarkeit und die Aussicht auf baldige Heirat der fangenden Person. Beim Krawattenwerfen übernimmt die Krawatte diese Funktion als Symbolträger – sie steht stellvertretend für den Bräutigam und somit auch für den „Ehe‑Status“, den man quasi weitergibt oder an den nächsten „weiterreicht“. Die Bedeutung ist daher eher spielerisch und leicht als tief traditionell. Traditionen wie das Strumpfbandwerfen stammen aus dem Mittelalter und verbinden Glücks‑ bzw. Heiratswünsche mit dem Fangen eines Kleidungsstücks der Braut oder des Bräutigams.(Britten Weddings)


Kritik und (Un‑)Sicherheiten bei der Umsetzung

Wie bei vielen Hochzeitsspielen kommt es auf die Art der Umsetzung an. Ein Vorfall aus dem Sauerland zeigt, dass das Krawattenwerfen bei einer Hochzeit im Jahr 2025 eskalieren und zu einer Auseinandersetzung unter Gästen führen kann, weil das Spiel nicht kontrolliert ablief. Das zeigt, dass solche Bräuche gut geplant und einvernehmlich gestaltet werden sollten, um Konflikte zu vermeiden.(stern.de)


Fazit

Der Brauch des Krawattenwerfens ist eine moderne und lockere Abwandlung klassischer Hochzeitsrituale wie Strumpfband‑ oder Brautstraußwerfen. Obwohl er keine lange, traditionelle Geschichte besitzt, wird er von manchen Paaren als humorvoller Programmpunkt in ihre Hochzeit integriert. Seine Bedeutung ist weniger tief symbolisch als spielerisch und soll den Gästen eine Gelegenheit zum Mitmachen geben. Wer diesen Brauch plant, sollte vorher sicherstellen, dass er zur Atmosphäre der Hochzeit und den Beteiligten passt, um mögliche Missverständnisse oder Unfälle zu vermeiden.


Quellen und weiterführende Links: